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Mit dem Pflegepersonalmangel in Altenheimen und Krankenhäusern befasst sich der Ausschuss für Gesundheit in einer öffentlichen Anhörung am 18. April 2018. Dazu liegen den geladenen Sachverständigen vier Anträge vor, zwei von der Linken und zwei von Bündnis 90/Die Grünen. Die Sitzung beginnt um 15 Uhr. 

Die Sitzung wird liveim Internet aufwww.bundestag.de übertragen.

 

Grüne fordern Sofortprogramm für die Altenpflege

Die Grünen-Fraktion verlangt in ihrem ersten Antrag (19/446) ein Sofortprogramm für mehr Personal in der Altenpflege. Die extrem hohe Arbeitsbelastung in der Altenpflege erfordere schnell wirksame Maßnahmen zur Entlastung des Personals. Zudem gehe es darum, die Pflegequalität zu gewährleisten, den neuen teilhabeorientierten Pflegebegriff umzusetzen sowie die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern.

Konkret fordern die Abgeordneten, den Pflegevorsorgefonds aufzulösen und aus diesen Mitteln ein Sofortprogramm in Höhe von 1,2 Milliarden Euro im Jahr aufzulegen, um damit zusätzliche Pflegekräfte mit tarifgerechter Entlohnung zu fördern. Begleitet werden müsse das Sofortprogramm durch eine Ausbildungsoffensive, Anreize für eine einfachere Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit, ein Wiedereinstiegsprogramm, eine bessere Gesundheitsvorsorge für die Beschäftigten sowie eine Weiterqualifizierung von Pflegehelfern zu Pflegefachkräften.

1,3 Milliarden Euro für das Krankenhaus-Pflegepersonal

In ihrem zweiten Antrag (19/447) verlangen die Grünen ein Sofortprogramm in Höhe von 1,3 Milliarden Euro im Jahr für mehr Pflegepersonal in den Krankenhäusern. Die auch im internationalen Vergleich sehr hohe Personalbelastung in einem Großteil der Krankenhäuser erfordere schnell wirksame Maßnahmen. Eine angemessene Pflegepersonalausstattung im Krankenhaus sei für die Qualität der stationären Versorgung, für den Patientenschutz und die Arbeitssituation der Beschäftigten unabdingbar. Die geplante Festlegung von Personaluntergrenzen in besonders pflegeintensiven Bereichen reiche nicht aus. 

Um das Personal zu entlasten, Patientensicherheit und Pflegequalität zu gewährleisten sowie die Attraktivität des Pflegeberufes zu steigern, müssten schnell weitreichende Initiativen ergriffen werden. Neben dem Sofortprogramm zur Förderung zusätzlicher Pflegekräfte fordern die Abgeordneten auch, verbindliche Personalbemessungsinstrumente für die gesamte pflegerische Versorgung im Krankenhaus zu entwickeln, die sich am individuellen Pflegebedarf der Patienten orientieren. (vom/pk/27.03.2018)

Nachrichtlich:

Gesundheit/Kleine Anfrage - 10.04.2018 (hib 220/2018)

Mit unbesetzten Stellen in der Alten- und Krankenpflege befasst sich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einer Kleinen Anfrage (19/1550). Der Gefährdung einer guten pflegerischen Versorgung aufgrund von Personalmangel dominiere die Pflegedebatte. Es sei von schätzungsweise 17.000 offenen Stellen in der Altenpflege auszugehen. Der Personalmangel äußere sich auch in der ambulanten Pflege sowie im Krankenhaus. Die Abgeordneten wollen von der Bundesregierung nun genau wissen, wie hoch der Personalbedarf in der Alten- und Krankenpflege ist und welche regionalen Analysen zur Pflege vorliegen.

DL unter: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/015/1901550.pdf

 

 


 

 

Verknüpfte Artikel:

 

Bundestag - Antrag "Eine Lobby für die Pflege - Arbeitsbedingungen und Mitspracherechte von Pflegekräften verbessern" & Stellungnahme der BAGFW

 

Bundestag - Kleine Anfrage zur Personalbemessung in der stationären und ambulanten Altenpflege

 

Dokumente im Kontext der Anhörung

Downloads:

 

Downloads für Mitglieder:

 

 

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