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Als eine wichtige Maßnahme gegen den Fachkräftemangel in der Pflege wurde immer wieder die Aufstockung der Arbeitszeit von Teilzeitkräften in der Pflege diskutiert, zuletzt im Rahmen des Pflegepersonalstärkungsgesetzes (PpSG) wie auch im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege (KAP). Auf dieser Grundlage hat sich der DBfK mit seiner Umfrage insbesondere an Pflegefachkräfte in Teilzeit gewandt.

Das Ergebnis ist alarmierend: Die überwiegende Mehrheit der 1366 befragten Teilzeitkräfte zieht aufgrund der hohen Berufsbelastung bei eine Vollzeittätigkeit eine Teilzeittätigkeit vor. Am zweit- und dritthäufigsten wird als Grund der Wunsch nach mehr Freizeit bzw. die Verhinderung durch Kindererziehung genannt. In der Altersgruppe der jungen Pflegenden (bis 29 Jahre) dominiert ein anderer Grund: Sie geben mit 55 Prozent ihrer Nennungen als Grund für ihre Teilzeitbeschäftigung eine berufsbegleitende Fort-/Weiterbildung bzw. ein berufsbegleitendes Studium am häufigsten an.  

Es gibt unter den 1366 Teilnehmenden auch 61 Fälle von unfreiwilliger Teilzeitarbeit, in welchen der Arbeitgeber lediglich einen Teilzeitvertrag anbietet. Dies betrifft vor allem die ambulante und stationäre Pflege. Bei den Gründen hierfür werden vor allem Refinanzierungsprobleme sowie Erfordernisse in der Arbeitsorganisation genannt.

Das Fazit des DBfK: "Die Pflege dreht sich im Teufelskreis. Einerseits werden zur Linderung des Pflegefachpersonenmangels und der Arbeitsdichte gerade die Fachpersonen sehr dringend gebraucht, die bereits den Beruf verlassen haben und zur Rückkehr motiviert werden sollen. Ähnliches gilt für Pflegende in Teilzeit, die durch Aufstocken ihres Arbeitszeitvolumens sehr schnell und sehr wirksam für höhere Pflegekapazität sorgen könnten. Auf der anderen Seite wollen eben diese alle gerade nicht wieder in dieselben Arbeitsbedingungen zurück, aus denen sie aus gutem Grund geflüchtet waren. [...] Wie sich zeigt braucht es nun weit mehr als medien-wirksame Auftritte des Bundesgesundheitsministers, mehr als oft nur halbherzige Angebote von Arbeitgebern und Führungskräften, mehr als ein im Laufschritt durchgedrücktes Gesetz zur „Pflegepersonalstärkung“. Ein tiefsitzender Verlust an Glaubwürdigkeit, der sich über Jahre aufgebaut hat, wird nicht im Handstreich ins Gegenteil verkehrt. Glaubwürdigkeit muss mühsam zurückgewonnen und verdient werden. Das Vertrauen der professionell Pflegenden in die Veränderungsbereitschaft und -fähigkeit der Politik, die Situation in der Pflege zu verbessern, ist nachhaltig beschädigt.

Kernelemente der Mitarbeiterbindung gehören wieder ganz oben ins Portfolio jedes Personalverantwortlichen in Pflegediensten, pflegerischen Einrichtungen und Kliniken. Und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen den Unterschied erleben und der Kehrtwende vertrauen können. Nur so gelingt es hoffentlich – allmählich und ganz behutsam – sie zurückzugewinnen."  

Die Studie lässt sich auch unter https://www.dbfk.de/de/veroeffentlichungen/Downloads.php abrufen.

 

 

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Downloads für Mitglieder:

pdf Broschüre Teilzeitumfrage 2019 10 10 web (3.29 MB)

 

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