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Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) in Köln veröffentlicht im Mai das Pflege-Thermometer 2016 zur Situation der ambulanten Pflege in Deutschland. In der bundesweiten und repräsentativen Studie wurden 1.653 Leitungskräfte aus der ambulanten Pflege befragt. Die Ergebnisse zeigen die Herausforderungen, vor denen der ambulante Sektor steht:

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen, der ambulanten Einrichtungen sowie des dort beschäftigten Personals steigen in den letzten Jahren in allen Bundesländern deutlich an. Die verantwortlichen Personen jedes zweiten Dienstes blicken tendenziell optimistisch in die weitere Zukunft. Sie planen einen Ausbau, indem sie die Zahl der Klienten steigern sowie mehr Personal beschäftigten möchten. Limitierend wirkt hierbei allerdings der Fachkräftemangel. „Die Studie offenbart erhebliche Lücken im Personalbereich. Wir müssen einen gravierenden Fachkräftemangel in der ambulanten Pflege feststellen“ sagte Studienleiter Prof. Isfort. Aktuell existieren, je nach Modellberechnungen für dreijährig ausgebildete Fachkräfte, zwischen 21.200 bis zu 37.200 offene und derzeit nicht zu besetzende Stellen. Der Fachkraftmangel ist dabei bereits versorgungsrelevant, denn rund ein Drittel der befragten Dienste musste im vergangenen Jahr bereits Klientenanfragen aufgrund von Personalmangel ablehnen.

Hintergrund: Laufzeit 03/2015 - 03/2016 ; Die ambulante Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt stellt eine zentrale Säule in der Versorgung dar. Der ambulanten Versorgung wird zukünftig eine Ausweitung der Rolle in der Versorgung zugesprochen. Dies ist nicht nur im Rahmen der Stärkung der Grundidee "ambulant vor stationär" zu verstehen, sondern auch bezüglich der wohnortnahen Versorgung, der Versorgung von Menschen mit Hilfebedarfen in neuen Wohnformen sowie der Versorgung von Menschen mit spezialisierten Hilfebedarfen, wie der außerklinischen Beatmung. In dem Projekt sollen einerseits Aussagen und Einschätzungen zu den bestehenden Rahmenbedingungen (Personalsituation / Finanzierungssituation) erfasst werden. Darüber hinaus sollen Angaben zum Leistungsspektrum, zu den Angeboten und zu den Möglichkeiten einer Übernahme weiterer Leistungen erhoben werden. Ziel ist, dass die in Politik und Gesellschaft zugeschriebenen Rollen und Funktionen der ambulanten Pflege vor dem Hintergrund der realen Situation in den Pflegediensten reflektiert werden kann und Handlungsoptionen aus der Perspektive der ambulanten Dienste formuliert werden können, um die zunehmende Verantwortung auch flächendeckend und nachhaltig realisieren zu können. 

Weitere Informationen: www.dip.de

 

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pdf 16-0500 Endbericht_Pflege-Thermometer_2016-MI-2 (7.06 MB)

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